Inhalt
Vorbemerkungen
Das Wärmebildvorsatzgerät (ZEN C50) wurde mir von der Firma Zentron – über den Importeur und Kooperationspartner EP Arms – für Testzwecke zur Verfügung gestellt. Ich hatte die Möglichkeit, das C50 ein gutes Jahr lang zu testen, also bereits lange vor der offiziellen Markteinführung Anfang 2025. Die nachfolgenden Ausführungen spiegeln unabhängig davon meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen wider. Der Bericht wurde weder mit der Firma Zentron noch mit der Firma EP Arms abgestimmt. Geschäftliche Beziehungen zu beiden Firmen bestehen in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht.
Im Übrigen: Wie kommt man überhaupt zu solch einem Testgerät? Nachdem ich seit Anfang 2022 auf Geartester.de in unregelmäßigen Abständen immer wieder Testberichte geschrieben habe – unter anderem auch für das Wärmebildvorsatzgerät CH50W von Infiray sowie den Adapter Rotoclip von EP Arms –, wurde ich aufgrund genau dieser Berichte kontaktiert, mit der Bitte, sich auch einmal intensiv das ZEN C50 anzuschauen. Leidenschaftliches Ausprobieren von jagdlichem Zubehör und das Schreiben von Berichten auf Geartester.de führen also manchmal auch zu ungeplant spannenden Produkttests.
Zentron als „neuer“ Hersteller
Es gibt bereits zahlreiche namhafte Hersteller von Wärmebildvorsatzgeräten, die sich durch ihre innovativen Technologien und langjährige Erfahrung einen festen Platz auf dem Markt erarbeitet haben. Vorsatzgeräte mit „großem“ 640er-Sensor (640x512) sind mittlerweile ebenfalls stark auf dem Markt vertreten und haben sich fest in der Jägerschaft etabliert. Insofern stellt sich sicherlich die Frage, warum ein weiterer „neuer“ Hersteller (Zentron) den internationalen Markt betritt. Nun: Die schnelle Weiterentwicklung der Technologie im Bereich von Wärmebildgeräten macht es unerlässlich, auch neue Modelle von aufstrebenden Herstellern zu testen. Der Wettbewerb sorgt dafür, dass der Markt in Bewegung bleibt, die Bildqualität verbessert wird und Funktionen sowie Bedienbarkeit kontinuierlich optimiert werden. Hersteller kommen und gehen, und während in der Vergangenheit einige Marken den Markt dominierten, haben heute andere stark an Bedeutung gewonnen. Bei der Firma Zentron erfolgt die Kooperation (und der Import der Wärmebildvorsatzgeräte) mit dem Adapter- und Schalldämpferhersteller EP Arms. Dies hat den Vorteil, dass die Technik des Vorsatzgeräte direkt mit einem erfahrenen Partner aus der Waffen- und Jagdbranche entwickelt wurde und optimal aufeinander abgestimmt wurde.
Darüber hinaus richtet die Firma Zentron ihren Fokus nicht nur auf den deutschen und europäischen Markt, sondern war auch auf der letzten Shot Show in Las Vegas stark präsent, um dort unter anderem ihre Zielgeräte für den US-Markt vorzustellen. Wer noch kein hochwertiges Wärmebildvorsatzgerät besitzt, für den lohnt sich somit sicherlich ein Blick auf das ZEN C50 und den entsprechenden Bericht.

Technische Details
Das C50 hat folgende wesentliche Spezifikationen:
- Sensor: 640x512
- Objektiv: 50mm (F1.0)
- Pitch: 12μm
- OLED Bildschirm in 1280x1024
- Netd: ≤20mk
- IP 67 Schutz
- Adaptergewinde: M45x0,75
- Akku/Batterie: 2x CR123A (ca. 3 Stunden Laufzeit)
- USB-C-Schnittstelle
- Gewicht: 390 Gramm (ohne Adapter)
Die technischen Details zeigen schnell, dass sich das ZEN C50 in der Premium-Klasse der Vorsatzgeräte positioniert. Die Möglichkeit, CR123A-Akkus/Batterien zu verwenden, verleiht dem Gerät eine hohe Flexibilität. Für meine Nutzung haben die CR123A-Akkus stets ausgereicht, da ich das C50 in der Regel nur kurz vor der Schussabgabe eingeschaltet habe. Mit einem Gewicht von nur 390 Gramm gehört es derzeit zu den leichtesten 50er-Wärmebildvorsatzgeräten auf dem Markt. Die Größe des ZEN C50 (ca. 14,8 cm lang) ist dabei mit der des Nitehog Viper TIR-M35 vergleichbar. Warum schreibe ich das? Das Viper 35 wird, aus meiner Sicht zurecht, auch heute noch in Jägerkreisen für seine Kompaktheit und das geringe Gewicht gelobt. Technisch bedingt erzeugen Vorsatzgeräte jedoch eine Hebelwirkung auf das Zielfernrohr (und die Montage). Leichtere Geräte sind daher nachvollziehbar schonender für die Montage und das Zielfernrohr. Dass mittlerweile auch 50er-Wärmebildvorsatzgeräte mit einem Gewicht von knapp unter 400 Gramm technisch realisierbar sind, ist beeindruckend. Mein vor etwas mehr als zwei Jahren erworbenes Infiray CH50W wiegt 588 Gramm (ohne Adapter).


Lieferumfang
Das C50 wird, wie viele andere Wärmebildgeräte, in der üblichen Cordura-Tasche ausgeliefert. Diese wirkt hochwertig. Der Nutzen solcher Cordura-Taschen erschließt sich mir nicht. Es wäre wünschenswerter, wenn ein Wärmebildvorsatzgerät direkt mit einer Tasche geliefert würde, die sich mithilfe eines Clip- oder MOLLE-Systems am Jagdrucksack befestigen lässt. Dann hätte sie einen echten praktischen Nutzen.
In der Tasche selbst befindet sich:
- ZEN C50
- USB-C-Kabel
- Okular (damit das C50 als Beobachtungsgerät fungieren kann; optionales Zubehör)
- EP Arms Gewindeadapter
Die Kooperation von EP Arms als Hersteller von Gewindeadaptern (Rotoclip) halte ich für gelungen und innovativ – besonders, wenn man bereits das passende Gegenstück, den Zielfernrohrhalter (ZFHL), besitzt. Innerhalb weniger Sekunden war das ZEN C50 somit an meinem Zielfernrohr der „Sauenbüchse“ montiert und ausgerichtet. Super!
Wer bereits einen Adapter eines anderen Herstellers (z. B. Rusan) für sein Vorsatzgerät nutzt, muss in diesem Fall lediglich den passenden Gewindeadapter erwerben. Dieser hat das Maß M45×0,75.

Eine (ausgedruckte) Anleitung wird – zumindest bei dem mir zur Verfügung gestellten Testgerät – nicht mitgeliefert, auch keine Kurzanleitung. Dieses Manko hatte ich bereits beim Test meines Infiray CH50W vor zwei Jahren angesprochen. Auch wenn ich persönlich meist keine Anleitung in Papierform benötige, weiß ich von (insbesondere älteren) Mitjägern, dass diese häufig verlangt wird. Es wäre wünschenswert, wenn Zentron oder EP Arms dies künftig berücksichtigen würden.
Akkus oder Batterien werden ebenfalls nicht mitgeliefert. Der Grund dafür liegt meist in möglichen Problemen beim Export und Import elektronischer Geräte (Brandgefahr), weshalb Hersteller Akkus und Batterien oft getrennt vom eigentlichen Gerät versenden. Da ich – wie oben beschrieben – CR123A-Akkus nutze und diese ohnehin in großer Zahl vorrätig habe, war die schnelle Inbetriebnahme für mich kein Problem.
Verarbeitungsqualität
Die Verarbeitungsqualität des C50 ist sehr gut und eindeutig in der Premium-Klasse angesiedelt. Das Gehäuse besteht aus Magnesium. Nichts klappert, und alle Bedienelemente vermitteln einen äußerst hochwertigen Eindruck. Das Batteriefach an der linken Seite des Gehäuses wird durch einfaches Drehen gegen den Uhrzeigersinn geöffnet und schließt dicht ab. Durch die vertikale Ausrichtung des Batteriefachs besteht bei der Schussabgabe kein Risiko, dass das ZEN C50 ausgeht. Mein Nitehog Viper TIR-M35 hatte dieses Problem hingegen öfter, da hier das Batteriefach horizontal (längs in Schussrichtung) angebracht ist.
Neben einer USB-C-Schnittstelle verfügt das C50 auf der rechten Gehäuseseite über eine Montagevorrichtung für einen optional anbringbaren Laser-Entfernungsmesser (LRF). Der LRF kann bereits im Menü aktiviert werden, und auf der Zentron-Homepage sind bereits erste Bilder dazu zu finden. Spannend!
Auf der Oberseite des ZEN C50 befinden sich zudem drei übersichtliche Bedientasten:
- Camera Button = (kurzes Drücken = Screenshot; langes Drücken = Videoaufnahme)
- M = Öffnet bei langem Drücken das Einstellungsmenü
- Farbpalette = Wechselt zwischen bis zu 10 individuell einstellbaren Farbpaletten
Die Bedientasten sind haptisch gut voneinander getrennt und lassen sich auch mit Handschuhen problemlos ertasten und bedienen. Der Power-Button befindet sich ebenfalls auf der rechten Seite und ist blau umrandet. Auch wenn es auf den Bildern vielleicht so scheint, leuchtet er nicht. Die seitliche Platzierung des Power Buttons am C50 ist gut durchdacht, da sie ein versehentliches Ausschalten des Geräts beim Einstellen über die Bedientasten weitgehend verhindert. Das Hochfahren dauert nur 5 Sekunden. Ein Standby-Betrieb ist zwar möglich, aber bei dieser kurzen Startzeit habe ich das Zentron C50 stets erst kurz vor dem Schuss eingeschaltet.
Die Fokussierung des Bildes (Scharfstellung) erfolgt über den üblichen Fokusring auf der Oberseite. Das funktioniert einwandfrei und hat den Vorteil, dass man nicht weit nach vorne greifen muss. Zudem besteht keine Gefahr, das Vorsatzgerät durch das Drehen des Fokusrings seitlich zu verstellen. Die Objektivschutzklappe lässt sich geräuschlos öffnen und sicher verriegeln – ein wichtiger Vorteil bei der Jagd auf Schwarzwild.
An der Unterseite des C50 besteht die Möglichkeit, eine Picatinny-Schiene oder eine andere Aufnahme zu befestigen. Dadurch kann das Zentron C50 direkt auf einer Picatinny-Schiene oder mithilfe eines Flip-Covers an der Büchse montiert werden.








Einschießen
Das Einschießen gestaltet sich – wie bei den meisten Vorsatzgeräten – verhältnismäßig einfach. Kurz gesagt: Einen Probeschuss mit der Tageslichtoptik abgeben, ein Wärmebild-Zielpad auf die Scheibe kleben und anschließend einen Kontrollschuss mit dem C50 durchführen. Zentron wirbt damit, dass das ZEN C50 „out of the box“ einsatzbereit ist, da es bereits voreingestellt (kollimiert) geliefert wird und in der Regel kein Einschießen erforderlich sei. Solche Werbeversprechen kenne ich allerdings schon seit meinen Anfängen mit Vorsatzgeräten – und als technikverliebter Jäger habe ich inzwischen viele getestet. Dennoch: Die Voreinstellung des C50 war tatsächlich so präzise, dass ich lediglich um einen Klick (2,4 cm) korrigieren musste, um auf 100 Metern exakt ins Zentrum der Zielscheibe zu treffen. Top! Das war bei meinen anderen Geräten bisher nicht der Fall – mit Ausnahme meines Nitehog Viper TIR-M35. Ein mehrfaches Abnehmen und Wiederaufsetzen des Geräts veränderte die Treffpunktlage übrigens auch nicht.
Aber: Ein Kontrollschuss und eine eventuelle Korrektur sind dennoch stets erforderlich, denn es kann grundsätzlich immer Abweichungen bei Vorsatzgeräten geben, unabhängig davon, wie gut diese voreingestellt sind.
Zur Einstellung im Detail: Der Bildschirm lässt sich im Untermenü „Einschiessen“ über X- und Y-Werte korrigieren (1 Klick/Pixel = 2,4cm auf 100m). Es gibt 10 Waffenspeicherungsprofile (G1 bis G10), die sogar individuell benannt werden können. Das hat mir sehr geholfen, da ich nicht nur eine Büchse habe, auf der ich Wärmebildtechnik nutze. Außerdem war es so möglich, das Zentron C50 auch an Mitjäger auszuleihen. Diese konnten ihr Gewehr einfach mit der entsprechenden Bezeichnung separat speichern. Das ist gut gelöst!
Obendrein gibt es eine „Einfrier-Funktion“ im Einschiessen-Menü. Ich habe sie nicht genutzt, aber sie kann dazu verwendet werden, das aktuell angezeigte Wärmebild auf dem Display „einzufrieren“. Das Bild bleibt also statisch, sodass die Justierung des Bildes (X- und Y-Achse) bequem vorgenommen werden kann, auch wenn die Büchse und das Vorsatzgerät in der Zwischenzeit bewegt werden.
Schießen
Was das Schießen mit dem C50 angeht, gibt es zwei tolle Funktionen, die ich von meinen anderen Vorsatzgeräten bislang nicht kannte und die sicherlich innovativ sind:
Zum einen wird automatisch ein Video (10 Sekunden vor und 10 Sekunden nach dem Schuss) erstellt. Dabei handelt es sich um eine sogenannte rückstoßaktivierte Videoaufnahme. Das ist sehr hilfreich, weil man nicht immer daran denkt, vor dem Abgeben eines Schusses die Videoaufnahme manuell zu aktivieren. Die Sensitivität für die rückstoßaktivierte Videoaufnahme lässt sich zudem individuell anpassen, je nach Kaliber und Jagdart (z. B. ist eine sehr sensible Einstellung beim Pirschen weniger sinnvoll). Inzwischen haben meines Wissens auch andere namhafte Hersteller, wie z. B. HIKMICRO oder Thermtec, diese Funktion in ihren Vorsatzgeräten integriert. Tolles Feature!
Zum anderen gibt es die Möglichkeit, sich ein Fadenkreuz im aufgenommenen Video einzublenden. Farben sind im Menü individuell auswählbar. Rechtlich ist das möglich, da das Fadenkreuz ausschließlich im Video „eingearbeitet“ wird. Welchen Vorteil hat das? Ich kann – wenn das Zentron C50 eingeschossen ist – nach einem angetragenen Schuss sehen, wie ich abgekommen bin. Das ist gerade, mit Blick auf potenzielle Nachsuche, sehr wichtig, denn nicht immer ist Schweiß direkt im Video oder an der Anschussstelle sichtbar. Auch diese Funktion gibt es inzwischen bei anderen Herstellern. Ich möchte sie nicht mehr missen!



Bildqualität
Die Bildqualität des C50 ist brillant, selbst bei widrigen Wetterbedingungen wie Regen oder Nebel. Auf dem Schießstand war das Bild sogar so gut, dass ich auf 100 m kein Wärmebild-Zielpad benutzen musste. Die Zielscheibe war deutlich sichtbar. Neben meinem Infiray CH50W, das stets zum direkten Vergleich genutzt wurde und ebenfalls einen 640er-Sensor hat, konnte ich das Bild auch mit dem meiner beiden Beobachtungsgeräte vergleichen (HIKMICRO Falcon FQ25 sowie HIKMICRO Habrok HQ35L). Auch diese verfügen über einen 640er-Sensor. Das Bild der HIK-Geräte stand dem des Zentron C50 in nichts nach. Unterschiede waren allenfalls bei schlechtem Wetter erkennbar. Je nach Wetterlage lieferte mal das eine, mal das andere Wärmebildgerät ein minimal besseres Bild. Einen klaren Sieger konnte ich nicht ermitteln. Beim C50 kann man jedoch durch kurzes Drücken der mittleren Menütaste schnell zwischen verschiedenen Modi wechseln, die je nach Wetterlage ein besseres Bild ermöglichen. Vielleicht muss man an dieser Stelle aber auch anerkennen, dass bei den ungekühlten 640er-Sensoren das Ende der Fahnenstange in puncto Darstellung erreicht ist und wir eine weitere Verbesserung erst mit den gerade aufkommenden HD-Sensoren erleben.
Die Anzahl der Farbpaletten ist enorm – es gibt insgesamt 10 Farbmodi. Neben den klassischen White-Hot- und Black-Hot-Modi sind auch die immer beliebter werdenden Modi Cold-Green und Red-Mono verfügbar. Letztere schonen das Auge im Dunkeln besonders gut und sind angenehm für die Wildbeobachtung. In den Untermenüs kann eingestellt werden, dass über die Schnellwahltaste nur die Farbpaletten ausgewählt werden, die zuvor als „Favoriten“ markiert wurden. Das ist überaus praktisch, da man sich beim Wechseln der Farbmodi nicht immer durch alle 10 durchklicken muss. Ungeachtet dessen arbeitet der Black-Hot-Modus – wie bei fast allen Wärmebildgeräten – am besten bei der Darstellung und Erkennung der Umgebung. Selbst Äste und Unebenheiten auf dem Feld sind auf große Entfernungen klar zu erkennen. Der White-Hot-Modus eignet sich für mich hingegen besonders für das Erkennen und das Ansprechen von Wild.
Für meinen Geschmack kalibriert der Sensor anfangs manchmal etwas zu häufig. Es wäre wünschenswert, wenn Zentron dieses Intervall per Software-Update etwas verlängern würde. Zwar besteht die Möglichkeit der manuellen Kalibrierung, jedoch ist der Automatik-Modus natürlich bequemer. Darüber hinaus empfinde ich das Kalibrierungsgeräusch als etwas lauter als bei der Konkurrenz von Infiray oder HIKMICRO. Das ist jedoch sehr subjektiv. Den möglichen Unterschied habe ich nicht gemessen, und jagdlich hat er auch keine Relevanz. Im letzten Jagdjahr konnte ich in meinem Revier 38 Stück Schwarzwild mit dem Zentron C50 erlegen – die meisten davon auf der Pirsch – und kein einziges Stück wurde durch das Kalibrierungsgeräusch gestört.
Nachfolgend etliche Impressionen, aufgenommen bei normalen Witterungsbedingungen. Technisch bedingt sehen sie im Gerät sogar noch etwas besser aus. Der Hintergrund: Bilder und Videos werden in etwas geringerer Qualität abgespeichert, als sie im C50 tatsächlich dargestellt werden.


C50-Videoqualität: Damwild im Gatter auf ca. 50m Entfernung / Diverse Modi
C50-Videoqualität: Schwarzwild an der Kirrung auf ca. 15m Entfernung / Diverse Modi

C50-Videoqualität: Schwarzwild an der Suhle auf ca. 40 Entfernung / Diverse Modi
C50-Videoqualität: Schwarzwild an der Suhle auf ca. 40 Entfernung / Diverse Modi
C50-Videoqualität: Schwarzwild an der Kirrung auf ca. 15 Entfernung / Diverse Modi
ZEN LINK App
Das Zentron kann über die WLAN-Schnittstelle und die ZEN LINK App angesteuert werden – schnell und zuverlässig. Neben einer Live-View-Funktion und der Möglichkeit, aufgenommene Fotos und Videos herunterzuladen, lässt sich darüber auch die Firmware unkompliziert aktualisieren.
Die aufgenommenen Bilder oder Videos müssen übrigens nicht zwingend per App auf das Smartphone übertragen werden. Es ist auch möglich, sich diese direkt im Zentron C50 zu betrachten. Das ist sehr hilfreich, da man bereits unmittelbar nach Schussabgabe kurz nachgucken kann, wie man abgekommen ist.

In den Einstellungen können auch eine Kompass- und eine GPS-Funktion freigeschaltet werden. Der Sinn dieser Funktionen erschließt sich mir bis heute nicht. Aber vielleicht gibt es ja Jagdreviere auf dem Kontinent, in denen genau das wichtig ist.
In den Einstellungen kann die Darstellung der Menüs an die Grundvergrößerung des eigenen Zielfernrohrs angepasst werden. Das ist äußerst praktisch, da so auch bei Zielfernrohren mit großer Grundvergrößerung alle Menüpunkte gut erkennbar bleiben. Die Menü-Symbole können dabei verkleinert oder nach oben bzw. unten verschoben werden.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, einen „Easy“-Modus zu aktivieren. Fühlt man sich durch die Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten überfordert oder möchte das Gerät einfach nur ein- und ausschalten, kann man die angezeigten Funktionen auf ein Minimum reduzieren. Tolle Idee – ganz nach dem KISS-Prinzip („Keep It Simple and Stupid“).
C50-Menüführung im normalen Modus (März 2025)
C50-Menüführung im Easy-Modus (März 2025)
Fazit
Mit einem aktuellen UVP von 2.550 € inklusive EP Arms Gewindeadapter (erfragt im März 2025, inkl. MwSt.) bietet das Zentron C50 aus meiner Sicht ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Verarbeitungs- und Bildqualität sind erstklassig. Es beinhaltet alle Funktionen, die derzeit auch die Top-640er-Wärmebildvorsatzgeräte von HIKMICRO, Pulsar oder Thermtec bieten. Gleichzeitig ist es mit nur 390 Gramm sehr leicht, präzise und durchdacht. Man merkt deutlich, dass die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Adapter- und Schalldämpferhersteller wie EP Arms ein praxisgerechtes, jagdtaugliches Gerät hervorgebracht hat.
Ausblick? Neue HD-Sensoren, Shutterless-Technik & Co. lassen hoffen, dass zukünftig auch von Zentron und EP Arms weitere Modelle folgen werden. Die Homepage von Zentron deutet zumindest darauf hin – mit Hinweisen auf Beobachtungsgeräte, Zieloptiken für den US-Markt und mehr. Der bereits erwähnte optionale LRF ist bereits verfügbar. Vielleicht folgt hierzu in absehbarer Zeit noch ein ergänzender Test. Ich werde nachberichten. Waidmannsheil!
Nachtrag vom 02.04.25
Meine zuvor erwähnte Kritik, dass der Sensor anfangs gelegentlich zu häufig kalibriert, wurde vom Hersteller aufgenommen und bereits zwei Tage nach der Veröffentlichung dieses Geartester-Berichts per Software-Update behoben. Solch schnelle Reaktionszeiten seitens des Herstellers sind natürlich toll!

